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Retrofit-Herausforderungen: Weniger als 4% der LKW sind bereit

Eine kürzlich in den Niederlanden durchgeführte Umfrage von TLN zum Retrofit des Smart Tacho 2 hat ein besorgniserregendes Bild gezeichnet: Bisher wurden weniger als 4% des Fuhrparks angepasst. Angesichts der bevorstehenden Fristen für den Retrofit von analogen und digitalen Tachografen drängt die Zeit. Diese Zahlen sind ein Weckruf für die Transportbranche, die nun vor der gewaltigen Aufgabe steht, Millionen von LKW und Bussen in Europa rechtzeitig umzurüsten.

Ergebnisse der Umfrage

Die Umfrage ergab, dass mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen noch keinen Retrofit bis Ende 2024 beantragt hatte. Für diejenigen, die dies taten, war es in einem Drittel der Fälle aufgrund von Lieferproblemen des Tachografen, begrenzter Kapazität in den Werkstätten oder anderen Hindernissen nicht möglich. Diese Ergebnisse sind alarmierend angesichts des engen Zeitplans und des potenziellen Chaos, das durch einen Mangel an verfügbaren Tachografen, Teilen und Servicekapazitäten entstehen kann.

Was sind die Fristen?

Die Fristen für den Tachograf-Retrofit hängen von der Gewichtsklasse des Fahrzeugs und dem Typ des Tachografen ab, mit dem das Fahrzeug derzeit ausgestattet ist:

  • Alle neu registrierten Fahrzeuge mit einer Zulassung UND einer Zulassungsbescheinigung vom 31. August 2023 müssen direkt mit einem Smart Tacho 2 ausgestattet werden;
  • Fahrzeuge > 3.500 kg, die mit einem analogen oder alten digitalen Tachografen ausgestattet sind, müssen bis zum 1. Januar 2025 mit einem Smart Tacho 2 ausgestattet werden;
  • Fahrzeuge > 3.500 kg, die mit einem Smart Tacho der 1. Generation ausgestattet sind, müssen bis zum 19. August 2025 mit einem Smart Tacho 2 ausgestattet werden;
  • Fahrzeuge ab 2.500 kg: Müssen bis Juli 2026 mit einem Smart Tacho 2 ausgestattet werden.

Warum Warten keine Option ist

Das Hinauszögern des Retrofit bis zu den letzten Momenten vor der Frist ist unklug. Engpässe bei den Servicepunkten und die begrenzte Verfügbarkeit von Tachografen und Teilen können zu Verzögerungen und sogar zum Stillstand von Fahrzeugen führen. TLN rät daher Unternehmen, den Retrofit nicht aufzuschieben, sondern diesen während der zweijährlichen Eichung oder der TÜV-Prüfung des Tachografen durchführen zu lassen. Dies ist nicht nur kosteneffizient, sondern hilft auch, die Arbeitslast in den Werkstätten zu verteilen.

Erforderliche Maßnahmen

Die Ergebnisse der Umfrage wurden der IRU und der Europäischen Kommission (EK) vorgelegt, die nun an einer breiteren Umfrage innerhalb der EU arbeiten. Ziel ist es, ein klareres Bild der Herausforderungen zu erhalten und Lösungen zu finden, bevor es zu spät ist. TLN wird in Kürze eine neue Umfrage starten, um den Fortschritt zu überwachen und zu bestimmen, ob Maßnahmen der EK erforderlich sind, um zu verhindern, dass Fahrzeuge stillstehen.

Fazit

Es ist entscheidend, dass alle Transportunternehmen jetzt handeln und einen Retrofit in einer zertifizierten Werkstatt planen. Die Nutzung regulärer Wartungszeiten für den Retrofit kann helfen, Kosten und Zeit zu sparen. Die Zeit drängt, und ohne ausreichende Vorbereitung und Maßnahmen riskieren wir ein Szenario, in dem Fahrzeuge nicht mehr fahren können. Planen Sie daher im Voraus und sorgen Sie für einen reibungslosen Übergang für Ihr Unternehmen.

Sind Sie bereit für den Umstieg?

Der umstieg auf das Mobility Package bringt große Veränderungen mit sich. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtzeitig über die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen zu informieren. Benötigen Sie Hilfe oder möchten Sie ein Angebot erhalten? Nehmen Sie dann Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter!