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Neues LOM-Gesetz in Frankreich – Was bedeutet es und was sind die Folgen?

Frankreich steht am Vorabend einer tiefgreifenden Veränderung im Transportsektor mit der Implementierung des LOM-Gesetzes (Gesetz zur Orientierung der Mobilität). Dieses im November 2019 verabschiedete Gesetz verspricht eine radikale Reform der Mobilitätspolitik. Was beinhaltet dieses Gesetz und welche Folgen hat es für deutsche Transportunternehmer? Sie erfahren es in diesem Artikel.

Warum diese neue Gesetzgebung?

Das LOM-Gesetz entstand nach den Mobilitätskonferenzen im Jahr 2017 und ist eine Antwort auf den Bedarf an einer ausgewogeneren Mobilitätspolitik. Diese Politik soll nicht nur die aktuellen Mängel angehen, sondern auch auf die ökologische und klimatologische Notlage reagieren. Das letztendliche Ziel ist die Erreichung von Kohlenstoffneutralität bis 2050.

Das Gesetz ist auch eine Antwort auf den Bedarf an einer Überarbeitung der Infrastrukturpolitik, die darauf abzielt, Staus zu verringern und die Zugänglichkeit veralteter Gebiete zu verbessern. Diese Politik verschiebt den Fokus von Verbindungen zwischen großen Städten hin zu einem inklusiveren Ansatz der Mobilität.

Bekämpfung von Überladung

Ein wichtiger Pfeiler des LOM-Gesetzes ist der Kampf gegen die Überladung von Fahrzeugen. Fortan können Firmenfahrzeuge aus der Ferne auf Überladung kontrolliert werden, was eine signifikante Änderung in der Art und Weise darstellt, wie Transportunternehmen und Auftraggeber für ihre Verantwortlichkeiten angesprochen werden. Verstöße können zu Bußgeldern der höchsten Klasse führen, die bis zu etwa 1.500 € betragen können.

Dieser neue Ansatz konzentriert sich speziell auf Überladung pro Achse, anstatt auf das Gesamtgewicht (GVW). Dabei ist die maximale Achslast für eine Kombination von 40 Tonnen auf 13 Tonnen für die am stärksten belastete Achse und 12 Tonnen für Anhänger oder Auflieger festgelegt. Diese Änderung unterstreicht die Verschiebung von einem generischen zu einem detaillierteren Ansatz bei Gewichtsbeschränkungen.

Innovationen in Kontrolle und Durchsetzung

Eine bemerkenswerte Neuerung innerhalb des LOM-Gesetzes ist, dass nicht nur Fahrer, sondern auch Transportunternehmen und Auftraggeber bestraft werden können. Dies betont die gemeinsame Verantwortung innerhalb der Transportkette. Die Technologie zur Fernkontrolle des Fahrzeuggewichts ist ein Fortschritt in der Durchsetzung dieser Regeln. Obwohl die spezifische Ausrüstung für diese Kontrollen noch nicht bekannt ist, ist klar, dass die französische Regierung auf innovative Lösungen setzt, um die Einhaltung zu gewährleisten.

Breiteres Rahmenwerk der Mobilitätserneuerung

Das LOM-Gesetz ist mehr als eine Reihe von Maßnahmen gegen Überladung. Es ist ein ambitionierter Versuch, Mobilität für die französische Öffentlichkeit neu zu definieren, unterstützt durch erhebliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur – 13,4 Milliarden € zwischen 2018 und 2022 und weitere 14,3 Milliarden € zwischen 2023 und 2027. Das Gesetz umfasst verschiedene innovative Konzepte wie Carsharing, autonome Shuttle-Dienste, Elektrofahrzeuge, Roller, Mobilitätspakete und Mautgebühren. Diese Initiativen werden voraussichtlich zu einem inklusiveren, umweltfreundlicheren und effizienteren Verkehrssystem führen.

Was bedeutet das für deutsche Transportunternehmer?

Die Einführung des LOM-Gesetzes in Frankreich erfordert, dass deutsche Transportunternehmer, die auf französischen Routen aktiv sind, ihre Beladungsstrategien anpassen. Mit dem Fokus auf Überladung pro Achse, wobei die Achslastgrenzen auf 13 Tonnen für die am stärksten belastete Achse und 12 Tonnen für Anhänger oder Auflieger festgelegt sind, ist eine präzise Ladungsverteilung essenziell. Darüber hinaus bringt das Gesetz eine neue Verantwortung mit sich, da sowohl Fahrer als auch Transportunternehmen und Auftraggeber bei Verstößen bestraft werden können. Dies impliziert, dass deutsche Transporteure sorgfältig auf die Einhaltung dieser Vorschriften achten müssen, sowohl intern als auch in ihrer Zusammenarbeit mit Auftraggebern.

udem führt das Gesetz die Möglichkeit ein, das Gewicht von Fahrzeugen aus der Ferne zu kontrollieren, was bedeutet, dass deutsche Lkw häufigen und unangekündigten Kontrollen ohne tatsächliche Anhaltung durch die Polizei unterworfen sein können. Das bringt langfristig möglicherweise verpflichtende Investitionen in erforderliche Ausrüstung mit sich.

Wann die Durchsetzung dieser Regeln beginnt, ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht bekannt.

Zusammenfassung

Das neue LOM-Gesetz in Frankreich bringt bedeutende Veränderungen in der Mobilitäts- und Transportpolitik mit sich, mit einem speziellen Fokus auf die Bekämpfung von Überladung von Fahrzeugen. Zentral in diesem Gesetz ist die Verschiebung von der Gesamtgewichtskontrolle zu Achslastkontrollen, wobei sowohl Fahrer als auch Transportunternehmen und Auftraggeber für Verstöße verantwortlich gemacht werden. Diese Regelung umfasst die Möglichkeit, das Fahrzeuggewicht aus der Ferne zu kontrollieren. Deutsche Transportunternehmer, die in Frankreich operieren, tun gut daran, die Nachrichten über diese Regelungen zu verfolgen.

Sind Sie bereit für den Umstieg?

Der umstieg auf das Mobility Package bringt große Veränderungen mit sich. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtzeitig über die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen zu informieren. Benötigen Sie Hilfe oder möchten Sie ein Angebot erhalten? Nehmen Sie dann Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter!